ExtraKlang

Musik und Kultur – drinnen wie draussen

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Ein Lied geht um die Welt – die Operettung ist nah

Nach vier ausverkauften Vorstellungen von „Bock auf Barock“ vor insgesamt 400 Menschen zwischen 3 und 94 Jahren im Juli 2021 haben die vier Sänger Eleonore Marguerre, Ulrika Strömstedt, Uwe Stickert und Uwe Schenker-Primus mit ihrem Pianist Dirk Sobe ein neues Projekt ins Auge gefasst. Gemeinsam mit dem Schauspieler Paul Enke und der Akkordeonistin Neža Torkar gehen sie auf eine szenisch-musikalische Weltreise in die klassische Musik rund um die 1920er Jahre.
Die goldenen Zwanziger vor 100 Jahren waren ein Zeitalter voller Umbrüche. Ein großer Lebensdurst entstand nach dem ersten Weltkrieg mit Millionen von Toten durch Krieg und die spanische Grippe.
Wer es sich leisten konnte, ging auf Weltreise mit großen Dampfern, dem Zeppelin, der Eisenbahn oder kaufte ein Automobil. Andererseits waren viele ausgeschlossen von diesem neuen Luxus – Armut, Hunger und Wirtschaftskrise sowie politische Extreme drohten am Horizont .
Das Theater war damals sowohl Unterhaltung als auch immer wieder hochpolitisch. Erstmal skonnten sich Trends über die Welt ausbreiten, denn die neuen Medien des Radios, Films and des Tonträgers beschleunigten die Verbreitung von Nachrichten und Musik enorm. Shooting Stars entstanden über Nacht, aber ebenso schnell konnten Sterne wieder sinken, nicht zuletzt durch die Katastrophe des Nazi-Regimes und die Ausgrenzung jüdischer Künstler. Viele erfolgreiche Komponisten wie Paul Abraham wurden aus Deutschland vertrieben oder umgebracht, wie Joseph Schmidt, der Sänger des Liedes „Ein Lied geht um die Welt“.
Um das Jubiläum der 1920er Jahre zu begehen, lädt ExtraKlang zu einer 75 minütigen Mini-Operette mit Musik aus der Zeit von 1870 bis 1950 aus aller Welt. Darunter sind bekannten Melodien z.B. aus dem vor 100 Jahren uraufgefführten „Vetter aus Dingsda“, Linckes „Frau Luna“, Lehars „Lustigen Witwe“, Bernsteins „West Side Story“ aber auch aus Raritäten wie z.B. Weinbergers „Schwanda“ oder aus der spanischen Zarzuela „El Barbarillo de Lavapiès“.

Zwei Vorstellungen finden statt am Sonntag, den 12. September um 15 Uhr und um 18 Uhr in Weimar-Ehringsdorf. Anmeldungen für jeweils maximal 99 Besucher über www.extraklang.de oder WhatsApp an 03643 811731.
Der Eintritt ist frei – gefördert wird das Projekt vom Fonds Darstellende Künste #TakePart aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Außerdem spielt ExtraKlang das Programm auch beim Straßenfestival Salve! der Stadt Weimar am Samstag 18. September um 15 Uhr auf dem Marktplatz und um 16 Uhr am Grünen Labor im Park an der Ilm.
Bleibt nur die Frage – wer kommt mit auf die Weltreise?
Termine:
So 12. September um 15
Ziegelgraben 1B, Weimar-Ehringsdorf
12. September um 18 Uhr
Auf dem Steinweg 9, Weimar-Ehringsdorf

Bock auf Barock – Zwischen Pest und Choleraturen

Pralle Lebensfreude, farbenprächtige Bilder, rauschende Feste – all das verbinden wir mit der Zeit des Barock.
DerWettbewerb europ ischer Fürsten,wer das bessere Orchester, die virtuosesten S nger und das mitreißendste Theater hatte, ließ die Oper als Kunstform neu entstehen. Doch woher kam diese Sehnsucht, das übergrosse Gefühl durch Musik und Gesang auszudrücken?
Der dunkle Schatten einer neuen Pestwelle lag im 17. Jahrhundert über Europa. Keiner wusste, woher und wie derschwarze Tod sich verbreitete. Fassungslosigkeit und Angst erzeugten Verschwörungstheorien, Antisemitismus und Radikalität. Parallelen zur Corona-Zeit sind unübersehbar.
Die Gruppe ExtraKlang begibt sich also auf eine musikalische Reise in die Zeit von Bach, Vivaldi, H ndel, Monteverdi und Purcell und beleuchtet gleichzeitig das Hier und Heute.
Denn Musik aus verschiedenen Epochen unverstärkt zu den Menschen zu bringen ist die Vision der vier Sänger Eleonore Marguerre, Ulrika Strömstedt, Uwe Stickert und Uwe Schenker-Primus mit ihrem Pianisten Dirk Sobe. Gegründet hat sich die Gruppe ExtraKlang im Mai 2020 und hat seitdem 18 Konzerte und musikalische Gottesdienste in und um Weimar für 50 bis 100 Gäste in verschiedenen privaten und  ffentlichen G rten veranstaltet.
Dank einer Förderung vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Kulturstiftung des Bundes k nnen der Countertenor David Erler und ein kleines Orchester beim Barockspektakel dabei sein. Das eintrittsfreie gemeinsame Erleben von Musik inmitten der Natur wird ganz sicher ein kurzweiliges Erlebnis bei den „Garten.fest.Spielen 2021“. Ansteckungsgefahr besteht – aber nur mit musikalischen Ohrwürmern wie „Lascia ch‘io pianga“ oder Purcell‘s Cold song… Der Regisseur und Schauspieler Bernhard Stengele führt durch die 70-minütige Zeitreise.
Bleibt nur die Frage – wer hat alles Bock auf Barock?
Termine:
Do 22. Juli um 18 und 20 Uhr /
Eingang Jean-Sibeliusstr 17a
Fr 23. Juli um 18 und 20 Uhr /
Amphitheater Musikgymnasium Belvedere